Glück mittels Chip?

Chips im Gehirn, die auf Knopfdruck intelligenter, aufmerksamer und glücklicher machen, sind noch Science Fiction. Derzeit wird die tiefe Hirnstimulation rein medizinisch eingesetzt, um zum Beispiel gegen Parkinson oder Depression zu helfen. Aber wie lange noch?

Ramez Naam vom Institue for Ethics and Emerging Technologies beschreibt in seinem 2005 veröffentlichten Buch „More than Human: Embracing the Promise of Biological Enhancement“ wie in Zukunft auch gesunden Menschen zu einem „besseren“ Leben verholfen werden könnte: durch Chips zur Verbesserung der Intelligenz, der Merkfähigkeit oder für eine anhaltende Glückseligkeit.

Bereits 2003 schrieb Kenneth Ford, Direktor des Florida Institute for Human and Machine Cognition, dass eine evolutionäre Schwelle in der Symbiose von Mensch und Maschine erreicht sei, die es ermöglicht, die Regeln zu verändern, nach denen Evolution erfolgt. Diese als „Borg-Hypothese“ berühmt gewordene Vision stammt aus dem Star-Trek-Universum, in dem Mensch-Maschine-Hybriden die Menschheit in Angst und Schrecken versetzen.

Mediziner beteuern allerdings, dass die tiefe Hirnstimulation (Stimulations-Elektroden im Gehirn) für rein medizinische Zwecke angewandt und weiter erforscht wird, z. B. bei Bewegungsstörungen bei der Parkinson-Krankheit, wenn Medikamente nicht mehr ausreichen. Oder bei Patienten, die an schwerer Depression oder Zwangsstörungen erkrankt sind und sich als therapieresistent erweisen.

Ethiker sehen allerdings Entwicklungen wie diese mit Skepsis. Neurochips im Gehirn bzw. allgemein die Technisierung des Körpers würde unser gesamtes Welt- und Menschenbild verändern.

Quelle: Tanja Krämer, Wissenschaftsjournalistin, in Spektrum Spezial 02/2015