Green Software Engineering (Green IT)

Wird von Green IT (Grüner Informationstechnik) gesprochen, so ist die weit verbreitete Meinung, dass es sich dabei meist um energieeffiziente und ressourcenschonende Hardware handelt. Jedoch ist für die Nachhaltigkeit eines IT-Systems auch die Software von entscheidender Bedeutung.  Wachsende Datenmengen und immer komplexere Programme erfordern den beständigen Ausbau von IT-Netzen, Datenspeichern und Rechenkapazitäten – also auch steigende Software Anforderungen. Doch was genau beinhaltet Green IT? Und wie genau lassen sich die steigenden Anforderungen mit Nachhaltigkeit verbinden? 

Das Thema „Green IT“, sprich die Entwicklung und Nutzung energieeffizienter Hardware ist im allgemeinen Bewusstsein von Firmen und Öffentlichkeit etabliert. Das Thema der energieeffizienten Software steckt aber noch in den Kinderschuhen. Dies lässt sich anhand eines Windows Betriebssystem  verdeutlichen. So benötigt Windows 8 im Vergleich zu Windows 95 die 40 fache Prozessorleistung, den 250fachen Hauptspeicherbedarf sowie 320mal mehr Festplattenkapazität (Quelle: Umweltbundesamt Publikation: Nachhaltige Software). Es kann hier gerne hinterfragt werden, ob der Funktionsumfang im gleichen Umfang gestiegen ist und dies rechtfertigt. Des Weiteren ist zu beobachten, dass bisher Labels und Zertifizierungen für den Hardware-Bereich (aber auch Elektrogeräte (A+, A++, A+++ etc.))  existieren, hingegen ein solches Label oder Kennzeichnung für den Softwarebereich bisher noch nicht verfügbar ist.

Besonders mobile Systeme (Akkulaufzeit Smartphone z.B.), Embedded Systems (Sensoren mit geringer Ressourcenausstattung etc.) sowie der Bereich des energieintensiven „High Performance Computing“ sind relevante und wichtige Bereiche zur Software-Energieeinsparung. Jedoch kann man behaupten, dass sämtliche Teile eines Softwaresystems relevant sind, da jede Software in ihrer Ausführung/ Betrieb zu einem Energie- und Ressourcenerbrauch führt.

Das bedeutet, dass grüne und nachhaltige Software mit einem grünen und nachhaltigen Softwareentwicklungsprozess zu entwickeln sind und dabei die positiven und negativen Wirkungen des Softwareprodukts auf die nachhaltige Entwicklung kontinuierlich zu bewerten, zu dokumentieren und für die weitere Optimierung des Softwareprodukts heranzuziehen sind. 

Eine Definition grüner und nachhaltiger Software könnte wie folgt lauten:

  •         Direkte und indirekte negative Auswirkungen
  •         auf Menschen, Gesellschaft und Umwelt
  •         über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg minimal sind
  •         und die bestenfalls einen zusätzlichen positiven Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leistet.

Wir von der Software Innovation Bridge werden diesem Thema in Zukunft mehr Aufmerksamkeit widmen.